Das KünstlerEi der 68er Jeder Künstler legt ein Ei (am Sonntag auch mal zwei)

Kunst von Großmutters Dachboden

22. Juni 2011 von Fabian

Vor zwei Wochen hatten wir in unserem Künstlerloft ein trauriges und ein erfreuliches Ereignis. Das traurige zuerst: die geliebte Großmutter eines jungen Künstlerkollegen war überraschend gestorben. Dann das erfreuliche: der junge Maler war der alleinige Erbe ihres Hauses, samt Grundstück und Ausstattung. Er wollte sich dort sein eigenes Künstleratelier samt Poster Versand einrichten und dafür die Bodenkammer ausbauen mit Dachverglasung und allem Pipapo.

Dazu musste der Dachboden allerdings erst einmal vollständig entrümpelt werden, ein Vorhaben, bei dem er dringend unsere Hilfe benötigte. Natürlich waren wir mit Begeisterung dabei, denn es gibt nichts Spannenderes als auf alten Dachböden herumzustöbern. Immer gibt es etwas Interessantes zu entdecken. Manchmal sogar wertvolle Bilder von Carl Spitzweg die sich ein normaler Mensch nur als hochwertigen Kunstdruck von 1art1 leisten kann, oder Antiquitäten, die wieder in Mode gekommen sind. Also machten wir uns eine Woche nach der Beerdigung mit unserem Pickup auf nach Ludwigslust zum Häuschen der Großmutter.

Es war genau so eingerichtet, wie man sich die Wohnung einer alten Dame vorstellt: mit Plüschsofa, Spitzendeckchen auf den Tischen, vielen Blumentöpfen auf den Fensterbänken und Sammeltassen in der Glasvitrine. Alles wäre es wert gewesen in einem Museum ausgestellt zu werden, doch es war bereits für den nächsten Tag eine Wohnungsauflösung organisiert, von der sich der junge Erbe erhoffte, alle Möbel loszuwerden und diese zu Geld machen zu können. Zuvor sollten wir noch auf dem Dachboden nachschauen, ob etwas Brauchbares für uns oder die Wohnungsauflösung vorhanden war.

Das erste, was uns beim Betreten des Dachbodens ins Auge fiel, waren zwei herrliche Dompyramiden aus Holz. Die waren bestimmt ein Vermögen wert, denn soviel wir wissen, ist Handwerkskunst aus dem Erzgebirge sehr wertvoll. Doch das Raten um ihren Verkaufswert hatte schnell ein Ende, denn der Eigentümer beschloss, davon selbst eine zu behalten und die andere sollten wir im Künstlerloft aufstellen – sozusagen als Kontrast zu all der modernen Kunst. Natürlich waren wir damit einverstanden, zumal es nur noch wenige Wochen bis Weihnachten sind.

Wir fanden noch viele Bücher und Schallplatten, eine alte Nähmaschine und ein altes Radio – alles Dinge, die bei der Wohnungsauflösung sicherlich reisenden Absatz finden würden. Ganz weit hinten in der Ecke machten wir dann noch die schönste Entdeckung: zwei ganze Kiste voll Chianti Weinflaschen. Insgesamt 24 Stück. Na, wenn das mal kein Grund zur Freude und zum Feiern war!

Erstellt unter Antik

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