Fensterkünstler gestalten Loft neu
Wie es sich für eine echte 68er-Künstlergruppe gehört, wohnt und arbeitet sie in einem riesigen Loft. Eine ehemalige Fabrikhalle am Stadtrand wurde dafür aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und erlebte wie Phönix aus der Asche eine sagenhafte Wiedergeburt.
Durch die großen Fensterflächen an den Wänden und die schrägen Glasflächen im Mittelteil des Daches wird der gesamte Innenraum gleichmäßig ausgeleuchtet. Es herrschen also ideale Lichtverhältnisse für alle künstlerischen Tätigkeiten. Doch leider wird es dadurch im Sommer immer relativ heiß im Loft, so dass eine geeignete Sonnenschutzlösung gefunden werden musste. Sie sollte natürlich gut zum 68er-Stil des Lofts passen und möglichst auch nichts kosten.
Die Fensterkünstler aus unseren Reihen machten sich also ans Werk und besorgten alle möglichen Gardinenstoffe von Bekannten und Verwandten. Erstaunlich, welche Schätze in so mancher Wäschetruhe im Schlafzimmer oder auf dem Dachboden lagern! So verwandelte sich der hintere Teil des Lofts in eine Nähstube, in der 10 Tage lang die Nähmaschinen ratterten. Heraus kamen drei 4 Meter breite und 40 Meter lange Stoffbahnen, die sich aus Hunderten verschiedenen Farben und Mustern zusammensetzten. Diese wurden mit Hunderten von Häkchen versehen und dann als Sonnenschutzsegel jeweils zwischen zwei Drahtseilen unter die langen Dachverglasungen gespannt.
Seitdem herrscht im Loft eine wunderbare Lichtstimmung, die nicht mehr von der Witterung alleine bestimmt wird, sondern auch von den Farben auf den Sonnensegeln. Man könnte sie an den Zugschnüren zwar auch öffnen oder schließen, doch sie bleiben selbst an trüben und sonnenarmen Tagen geschlossen. Denn gerade dann verbreiten sie durch ihre leuchtenden Farben und schönen Muster ein freundliches und inspirierendes Licht im Loft. Demnächst sollen auch für die großen Seitenverglasungen große Raffrollos und Plissees angefertigt werden, doch dafür müssen erst einmal wieder viele Stoffe organisiert werden.